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Chronik der Erasmus-Bielfeldt Orgel in St. Wilhadi Stade
1322 Erste Hinweise auf eine Orgel in St.Wilhadi sind uns aus dem Jahr 1322 überliefert. Von dem Instrument sind keine Details bekannt. Allerdings wissen wir den Namen des Erbauers der Wilhadi-Orgel: Berthold; und sein Beruf war Babier. Neben Orgeln in Verden, Lübeck und Ratzeburg gehört die Stader Wilhadi-Orgel von 1322 mit zu den ganz frühen Zeugnissen des mittelalterlichen Orgelbaus in Norddeutschland. Weiteres ist über Orgeln in St. Wilhadi bis ins 17. Jahrhundert nicht bekannt. 1659 bei dem verheerenden Stadtbrand Stades wird auch eine Orgel in St. Wilhadi ein Opfer der Flammen.
1673 beginnt Berendt Huß mit dem Neubau einer Orgel. Diese verlaufen zunächst bis 1676 unter der Leitung von B. Huß. 1676 stirbt er und wird in St. Wilhadi bestattet. Arp Schnitger führt den Bau selbstständig weiter und vollendet die Orgel 1678. Die Disposition der Orgel (mit 46 Registern auf 3 Manualen und Pedal) ist noch heute in Schnitgers Handschrift im Pfarrarchiv Basedow (Mecklenburg) erhalten. 1712 wird diese Orgel beim dänischen Bombardement im Jahre 1712 beschädigt. 1713/14 stellt Schnitger, der seit 1682 seine Werkstatt in Hamburg hat, das Instrument wieder her. 1724 wird die Orgel Schnitgers mitsamt des Kirchenturmes durch einen Blitzstrahl vollständig zerstört, „sodaß man das Zinn aus den Gräbern“ suchen muss. 1731 beginnt der aus Stade stammende Orgelbauer Erasmus Bielfeldt mit dem Bau einer neuen Orgel. Die Arbeiten gehen bis in den November 1735 hinein. 1736 wird die Orgel am 10. Januar eingeweiht. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird die Orgel zunächst durch Georg Wilhelm Wilhelmy und dann durch seinen Sohn Georg Wilhelm, beide in Stade tätig, gepflegt. 1875/76 Orgelbauer Heinrich Röver (Stade) führt Reparaturen, eine Umdisponierung und 1894 den Bau eines Schwellkastens um das Hinterwerk aus. Diese Arbeiten bedeuten einen ersten entscheidenden Eingriff in die Konzeption der Bielfeldt-Orgel. 1917 müssen auch hier die sichtbaren zinnernen Prospektpfeifen für Zwecke der Kriegswirtschaft abgegeben werden. Sie werden 1920 durch neue Prospektpfeifen aus Zink ersetzt. 1937 beginnen Arbeiten, die der damalige Zeit entsprachen: Das Hinterwerk wurde zu einem Rückpositiv umgebaut und manche Register wurden umfunktioniert. Dieses Rückpositiv wurde ohne Gehäuse im Rücken des Spielers auf die Empore gestellt und bekam erst bei weiteren verändernden Umbauten in den Jahren 1961 bis 1963 ein Gehäuse, dass in die Brüstung der Empore eingegliedert wurde. Das Ergebnis stellt nicht zufrieden und aus heutiger Sicht muss diese Restaurierung als verfehlt angesehen werden. 1990 wird eine Restaurierung durch die Orgelbauwerkstatt Jürgen Ahrend (Leer / Ostfriesland) beendet. Diese wird auf der Grundlage der großen Orgelbaukunst der Barockzeit durchgeführt und bringt die Orgel in technischer wie in klanglicher Hinsicht wieder in einen Zustand, der dem der Erbauungszeit entspricht. Neben der Bielfeldt-Orgel in Osterholz-Scharmbeck besteht nun wieder das zweite erhaltene Instrument von Erasmus Bielfeldt in der alten, farbigen Klanglichkeit. |